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Könige, Königreiche und Kommaregeln

Viele Kinder (und auch Erwachsene) empfinden die Kommasetzung als schwierig. Das liegt jedoch nicht daran, dass die Regeln unlogisch oder widersprüchlich wären. Im Gegenteil: Die Kommaregeln sind grundsätzlich klar und gut strukturiert. Die Herausforderung entsteht meistens dadurch, wie sie vermittelt werden. Ein einfacher und alltagstauglicher Zugang zur Kommasetzung.

von: Sandra Zogg
Im traditionellen Unterricht begegnen Kinder bei der Kommasetzung einer Vielzahl grammatikalischer Begriffe: Hauptsatz, Nebensatz, Kausalsatz, Konditionalsatz und weitere. Für das korrekte Setzen der Kommas sind diese Unterscheidungen jedoch oft gar nicht entscheidend. Für viele Kinder wird es dadurch unnötig kompliziert und unübersichtlich.

Der hier vorgestellte Ansatz geht deshalb bewusst einen anderen Weg.
Kommaregeln Gymiprüfung (ZAP)

Die Grundidee: Könige und Königreiche

Statt mit abstrakten Fachbegriffen arbeitet dieser Ansatz mit einem anschaulichen Bild:
  • Jedes Verb ist ein «König»
  • Alles, was zu diesem Verb gehört – also wer es tut, was geschieht, wann, wie oder warum –, bildet sein Königreich.

Ein Königreich besteht somit aus einem Verb und den dazugehörigen Wörtern. Wie diese Wörter grammatikalisch genau benannt werden, ist dabei nicht entscheidend. Wichtig ist nur: Sie gehören zusammen und bilden eine gemeinsame Aussage.

Wann braucht es ein Komma?

Sobald in einem Satz mehr als ein König vorkommt – also mehr als ein Verb, das eine eigene Aussage trägt –, gibt es mehrere Königreiche. Zwischen diesen Königreichen wird eine Grenze gesetzt. Diese Grenze ist in der Schriftsprache meist ein Komma.

Ein Satz – vereinfacht gesagt das, was zwischen zwei Punkten steht – kann also aus einem Königreich bestehen, aber auch aus mehreren. Bestehen mehrere Königreiche, werden sie durch ein Komma voneinander getrennt.

Beispiele:
  • Wenn sie zu früh kommt, ist sie selber schuld.
  • Er hat öfters Kartoffelchips gegessen, als es seiner Gesundheit guttut.
  • Sie vertraut ihm, ohne sein Zeugnis gesehen zu haben.
  • Sie hofft, dass er kommt.

Für die Kommasetzung ist es dabei nicht wichtig, wie ein Satz grammatikalisch heisst. Entscheidend ist einzig, dass zwei eigenständige Aussagen voneinander abgegrenzt werden.

Eingeschobene Königreiche (eingeschobene Satzteile)

Manchmal steht ein Königreich nicht direkt neben dem anderen, sondern wird in ein anderes hineingeschoben. In diesem Fall muss dieses eingeschobene Königreich vorne und hinten abgegrenzt werden – also mit zwei Kommas.

Beispiele:
  • Das Haus, das auf dem Hügel steht, und der Stall daneben sind schön.
  • Die Kühe gehen, sobald sie gemolken worden sind, auf die Weide.

Hier liegt ein Königreich mitten im anderen. Deshalb braucht es zwei Kommas: eines am Anfang und eines am Ende des eingeschobenen Teils.
Kommasetzung – eine einfache Erklärung für Schüler:innen

Könige und Königspaare

Manchmal tauchen in einem Satz mehrere Verben auf, die inhaltlich zusammengehören, zum Beispiel bei zusammengesetzten Zeitformen oder mit Hilfsverben. Das kann zunächst verwirrend sein. Sind das zwei Könige oder nur einer?

Hier hilft eine wichtige Klarstellung:
Manche Verben regieren gemeinsam ein Königreich. Sie bilden ein Königspaar. In solchen Fällen wird kein Komma gesetzt, weil keine neue Aussage beginnt.

Beispiele:
  • Sie kann heute Abend gewinnen. (nicht: Sie kann, heute Abend gewinnen.)
  • Sie wird morgen Abend gewinnen.
  • Aber: Sie hofft seit langem darauf, heute Abend zu gewinnen.
Diese Unterscheidung hilft Kindern, typische Kommafehler zu vermeiden.

Wichtige Grundregeln – einfach erklärt

Aus dem Bild mit den Königen ergeben sich einige einfache Orientierungshilfen:

  • Der König (das Verb) steht im Aussagesatz meist an zweiter Stelle.

  • Wird ein Satz mit Wörtern wie dass, weil, wenn eingeleitet, rutscht der König ans Satzende.

  • In vielen Fragesätzen steht der König am Anfang.

  • Zwischen zwei Königreichen liegt immer eine Grenze.

  • Diese Grenze ist entweder ein Punkt oder ein Komma.

  • Sätze mit wenn oder bevor brauchen immer ein Komma.

So lernen Kinder, Sätze als klar strukturierte Einheit zu verstehen – nicht als Ansammlung einzelner Regeln.

Welche Satzzeichen müssen fürs Langzeitgymi sicher beherrscht werden?

Für die Sprachprüfung und den Aufsatz im Langzeitgymnasium wird nicht die gesamte Grammatik geprüft, sondern ein klar abgegrenzter Bereich der Zeichensetzung. Entscheidend ist, dass die wichtigsten Satzzeichen korrekt, sicher und sinnvoll eingesetzt werden.

Im Fokus stehen dabei insbesondere die folgenden Bereiche:

1. Satzschlusszeichen
Schülerinnen und Schüler müssen sicher unterscheiden und korrekt verwenden:
  • Punkt (Aussagesatz)
  • Fragezeichen (Fragesatz)
  • Ausrufezeichen (Aufforderung, Ausrufe)
Diese Satzzeichen strukturieren den Text und zeigen, wann eine Aussage endet.
Fehler hier wirken im Aufsatz sofort störend.


2. Kommas bei einfachen Teilsätzen und Aufzählungen
Ein zentraler Schwerpunkt der Prüfung ist das Kommasetzen bei klar erkennbaren Satzteilen.

Dazu gehören:
  • Kommas zwischen zwei Aussagen (z.B. bei leicht erkennbaren Verbgruppen)
  • Kommas bei eingeleiteten Teilsätzen (z.B. mit wenn, weil, dass, obwohl)
  • Kommas in Aufzählungen
Hier geht es nicht um komplizierte Sonderfälle, sondern um eine Fähigkeit, Satzgrenzen zu erkennen und korrekt zu markieren.

→ Genau an diesem Punkt setzt das Modell mit den Königen und Königreichen an.

3. Satzzeichen bei direkter Rede
Auch die direkte Rede gehört zum prüfungsrelevanten Stoff, insbesondere im Aufsatz.

Die Schülerinnen und Schüler sollten sicher wissen:
  • Wie Anführungszeichen gesetzt werden,
  • Wo Punkt, Komma, Frage- oder Ausrufezeichen stehen,
  • Wie Begleitsätze eingebunden werden.
Hier wird vor allem Klarheit und Übersichtlichkeit erwartet, nicht literarische Raffinesse.

Satzzeichen bei direkter Rede – übersichtlich erklärt

Bei der direkten Rede ist wichtig, dass Anführungszeichen, Satzzeichen und Begleitsatz korrekt zusammenspielen. In der Prüfung wird dabei vor allem Klarheit und Übersichtlichkeit erwartet.

1. Direkte Rede vor dem Begleitsatz
Das Satzzeichen der direkten Rede steht vor dem schliessenden Anführungszeichen.
Danach folgt ein Komma und anschliessend der Begleitsatz.

Beispiele:
„Ich komme morgenˮ, sagt Anna.
„Komm sofort!ˮ, rief er.
„Was machst du gerade?ˮ, fragte sie.


2. Begleitsatz vor der direkten Rede
Der Begleitsatz endet mit einem Doppelpunkt.
Die direkte Rede beginnt mit einem grossen Buchstaben.

Beispiele:
Anna sagte: „Ich komme morgen.ˮ
Er rief: „Komm sofort!ˮ
Sie fragte: „Was machst du gerade?ˮ


3. Begleitsatz in der Mitte der direkten Rede
Der erste Teil der direkten Rede endet mit einem Komma.

Der Begleitsatz wird mit Kommas eingeschlossen.

Der zweite Teil der direkten Rede beginnt klein, ausser es handelt sich um einen neuen Satz.

Beispiel:
„Ich komme morgen ˮ, sagt Anna, „wenn ich Zeit habe. ˮ


4. Punkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen
Ein Punkt wird bei direkter Rede weggelassen, wenn danach ein Begleitsatz folgt. Fragezeichen und Ausrufezeichen bleiben stehen – sie funktionieren nicht als Satzschlusszeichen, sondern betonen eine Frage oder einen Ausruf.

Was bleibt am Ende?

Dieser Ansatz zielt nicht darauf ab, dass Kinder sofort perfekte Texte schreiben. Er schafft jedoch eine klare innere Ordnung, mit der Kinder:
  • Sätze besser verstehen,
  • Zusammenhänge erkennen
  • Und Kommas nicht zufällig, sondern begründet setzen.

Diese Sicherheit wirkt sich direkt auf die Qualität der Aufsätze aus:

Kinder schreiben strukturierter, klarer und ruhiger. Gedanken werden sauber voneinander getrennt, Sätze verständlich aufgebaut.

Texte lassen sich flüssiger lesen, wirken klarer und stimmiger. Das beeinflusst auch die Wahrnehmung der Prüfenden positiv – oft unbewusst – und kann sich damit auch hinsichtlich des Inhalts günstig auswirken.

Die Erfahrung zeigt: Viele Kinder gewinnen mit diesem Zugang nicht nur mehr Sicherheit in der Kommasetzung, sondern schreiben insgesamt bessere Aufsätze, die inhaltlich klarer, sprachlich präziser und überzeigender wirken.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Gedanken eine Hilfe sein.

Beste Grüsse
Sandra Zogg
Über uns
  • Wir sind das Kompetenzzentrum für die Gymivorbereitung im Kanton Zürich.
  • Bei uns unterrichten nur ausgebildete Lehrpersonen mit langjähriger Erfahrung rund um den Übertritt.
  • Als kleines Lehrer:innen-Team ist für uns eine enge Betreuung zentral, weshalb wir auch ausserhalb der Kurszeiten für unsere Schüler:innen stets da sind.
  • Struktur und Organisation sind fürs Gymnasium entscheidend – wir geben dies mit auf den Weg.
  • Wir fördern die Selbstständigkeit sowie Eigenverantwortung Ihres Kindes und informieren Sie laufend über dessen Lernstand.
  • Freude und Begeisterung sind uns wichtig.
  • Wir begleiten Ihr Kind nicht nur fachlich, sondern auch mental auf dem Weg zur Gymiprüfung.
Unsere Kursstandorte
Unsere Kursstandorte befinden sich immer an sehr zentralen Lagen, welche ideal mit dem ÖV erreichbar sind. Unsere Schüler und Schülerinnen erwarten moderne Räumlichkeiten, welche mit den neusten Medien ausgestattet sind.
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