Auch die Kommunikation zwischen Lehrpersonen und den Schülern wird anspruchsvoller. Aufgaben und Informationen kommen über verschiedene Kanäle: mündlich im Unterricht, über Teams, im Intranet, per E-Mail. Wer sie nicht sofort sauber notiert, verliert den Überblick. Und – auch das Neuland für uns Eltern nach der behüteten Primarschulzeit – als Eltern ist man meistens aussen vor. Nur selten erfolgt eine Kontaktaufnahme seitens Schule – und wenn, dann verheisst sie meist nichts Gutes: Entweder ist der Notendurchschnitt zu knapp und die Promotion gefährdet oder eine disziplinarische Massnahme wurde ausgesprochen. Vorbei die Zeit der harmlosen Elterngespräche auf zu kleinen Stühlen in bunten, kuscheligen Klassenzimmern. Stattdessen heisst es: loslassen, Vertrauen haben. Das ist nicht immer einfach. Loslassen ist manchmal anspruchsvoller als jede Matheprüfung.
Bei aller Anstrengung wäre es falsch, die Probezeit nur als Stressphase zu beschreiben. Mit dem Gymnasium beginnt auch eine neue Freiheit. Plötzlich entscheidet das Kind selbst:
- Wo esse ich Zmittag? Gehe ich mit Freunden in die Mensa, zum Bäcker oder zum teuren Dönerstand?
- Wie organisiere ich meine Freistunden? Ist es sinnvoll, wenn ich sie mit gamen mit Freunden verbringe oder wäre es allenfalls ratsam, für Prüfungen zu lernen?
- Und überhaupt: Wann lerne ich, wie viel – und wie?
Diese Selbstbestimmung ist neu. Und sie macht auch Spass. Auch der Schulstoff und die Themen werden spannender, anspruchsvoller, diskussionsreicher. Viele Kinder wachsen in dieser Zeit enorm; fachlich, aber vor allem persönlich.