Überzeugungen wie «Ich bin halt schlecht in Mathe» prägen das Lernverhalten, die Motivation
und den Prüfungsstress Ihres Kindes stark. Studien zeigen etwa, dass die selbst eingeschätzten Fähigkeiten eng mit tatsächlichen Leistungen zusammenhängen Anders gesagt:
Ob ein Kind lernt, hängt wesentlich davon ab, ob es glaubt, lernen zu können. Wer von vorhinein glaubt, Mathe «eh nie zu kapieren», hat wenig Grund, sich anzustrengen – Lernerfolg bleibt dann unwahrscheinlich. Entsprechend fehlt oft die Motivation: Warum Mühe investieren, wenn man sich für
hoffnungslos untalentiert hält?
Hinzu kommt der Effekt auf die Psyche: Ein dauerhaft negatives Matheselbstbild kann zu ausgeprägter Prüfungsangst führen, Kinder mit geringem Selbstvertrauen gehen mit viel Angst und Stress in die Prüfungen – teils bis hin zu
Blackouts. Gleichzeitig entsteht ein
selbsterfüllender Kreislauf: Wer überzeugt ist, nicht zu können, vermeidet anspruchsvolle Aufgaben, sammelt dadurch seltener Erfolgserlebnisse und bestätigt sich so immer wieder das eigene Versagen. Untersuchungen zeigen, dass ein solcher unglücklicher Attributionsstil oft damit einhergeht,
negative Ereignisse internal und unveränderbar sich selbst zuzuschreiben (à la «Ich bin einfach zu doof»), während Erfolge als Zufall abgetan werden. Jede schlechte Note scheint dann die eigene Unfähigkeit zu «beweisen».
In diesem Teufelskreis reicht Üben allein nicht aus – Misserfolge werden ja nur als Bestätigung des schwachen Selbstbildes gewertet und demotivieren zusätzlich. Ohne einen Wandel in der Einstellung bleiben die erhofften Fortschritte häufig aus.