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Sicher durch die Probezeit im Gymnasium

Die Probezeit im Gymnasium ist kein Test der Begabung, sondern eine Test-Phase des Übergangs. Dieser Artikel zeigt, warum viele Schwierigkeiten nicht an fehlendem Können liegen, sondern an fehlenden Routinen, fehlendem Überblick und mangelnder Struktur – und wie Eltern ihr Kind in dieser anspruchsvollen Zeit wirksam und entlastend begleiten können.

von: Sandra Zogg
Der Start ins Gymnasium ist kein einzelner Moment, sondern ein Übergang, der sich über Wochen – oft sogar über Monate – erstreckt. In kurzer Zeit verändern sich zentrale Rahmenbedingungen grundlegend: Die Stoffmenge nimmt zu, Lernformen werden selbständiger, Bewertungen anspruchsvoller und von den Schülerinnen und Schülern wird deutlich mehr Eigenverantwortung erwartet. Häufig kommen digitale Arbeitsweisen hinzu, die zusätzliche Orientierung, Struktur und Selbstorganisation verlangen.
Probezeitbegleitung Gymnasium
Der Übergang ans Gymnasium bringt einen grundlegenden Regimewechsel mit sich: Während in der obligatorischen Schulzeit die Lehrpersonen eine sogenannte Bring-Schuld hatten (Material bereitstellen, Lernziele vorgeben, Stoff erklären), liegt die Verantwortung nun grösstenteils bei den Schülerinnen und Schülern selbst. Auf gymnasialer Stufe gilt die Hol-Schuld – Lernende müssen eigenständig entscheiden, wie und was sie lernen, sich aktiv am Unterricht beteiligen, selbst recherchieren und Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen. Dazu gehört auch, den individuellen Prüfungsstil der Lehrperson frühzeitig zu erkennen, gezielt Fragen zu stellen und Unterstützung eigeninitiativ einzuholen. Dieser Regimewechsel ist keine Schikane, sondern bereitet auf Studium und Berufsleben vor und erfordert Motivation, Fleiss und Eigenverantwortung.

Was wir in der Probezeit immer wieder beobachten: Nicht fehlende Begabung ist das Kernproblem, sondern fehlende Routinen, fehlender Überblick und ein zu spätes Beginnen. Viele Kinder sind motiviert, leistungsbereit und fachlich gut vorbereitet – merken aber erst dann, dass etwas nicht funktioniert, wenn der Stress bereits hoch ist und erste ungenügende Noten verunsichern.

Dieser Leitfaden verbindet Erkenntnisse aus der Lernpsychologie, Übergangsforschung und Bildungswissenschaft mit unseren langjährigen praktischen Erfahrungen in der Probezeitbegleitung. Ziel ist nicht, Kinder «auf Vorrat zu prüfen», sondern von Anfang an tragfähige Lernstrukturen aufzubauen und den Blick dafür zu schärfen, was im Gymnasium tatsächlich entscheidend ist. Dabei bleibt bewusst Raum für Entwicklung, Fehler, Erholung und individuelle Wege.

10 praxisnahe Tipps für einen gelungenen Einstieg in die Probezeit am Gymnasium

1) In der Probezeit nichts Neues beginnen –
Stabilität als Schutzfaktor

Der Übertritt ins Gymnasium ist bereits ein grosser Entwicklungs- und Anpassungsschritt. Kinder müssen sich in einem neuen schulischen System orientieren, neue Lehrpersonen einschätzen, Leistungsanforderungen verstehen und oft auch neue soziale Konstellationen bewältigen. Diese Anpassungsprozesse laufen nicht automatisch ab, sie kosten Energie.

Jede zusätzliche Veränderung im selben Zeitraum – neue Hobbys, neue Trainingszeiten, neue Verpflichtungen oder erhöhte Erwartungen – erhöht diese Belastung weiter. Auch wenn solche Veränderungen an sich positiv sind, können sie in der Probezeit zu einer Überforderung führen.
Stabilität in der Probezeit
Warum das wichtig ist:
Die Übergangsforschung zeigt klar: Anpassungen binden kognitive und emotionale Ressourcen. Die individuelle Anpassungskapazität ist begrenzt. Stabilität wirkt in Übergangsphasen als Schutzfaktor, weil sie dem Gehirn ermöglicht, Energie gezielt auf das Neue zu richten – hier die gymnasialen Anforderungen.

Für Eltern bedeutet das:
Alles, was nicht zwingend jetzt starten muss, darf warten. Neue Hobbys oder grössere Umstellungen besser im Frühling oder Sommer vor dem Gymi-Start testen.
In der Probezeit selbst ist es entlastend, wenn möglichst vieles vertraut bleibt.

2) Lernroutine aufbauen – Struktur entlastet das Denken

Viele Schwierigkeiten in der Probezeit entstehen, weil Kinder gleichzeitig neue Inhalte und neue Lernformen bewältigen müssen. Das Gymnasium funktioniert anders als die bisherige Schule: Inhalte müssen häufiger selbst erarbeitet, organisiert und über längere Zeiträume hinweg gefestigt werden.

Lernroutinen übernehmen hier eine zentrale Entlastungsfunktion. Sie strukturieren den Alltag, reduzieren Entscheidungen und geben Sicherheit – unabhängig vom aktuellen Lernstoff.

Warum das wirkt:
Studien zur Selbstregulation und zu exekutiven Funktionen zeigen, dass Routinen die kognitive Belastung senken. Wenn klar ist, wann gelernt wird, wie gestartet wird und wann bewusst Pause ist, bleibt mehr mentale Energie für das eigentliche Verstehen.

Für Eltern bedeutet das:
Idealerweise noch 1-2 Monate vor dem Übertritt, spätestens aber zum Gymistart 2-3 fixe Lernfenster pro Woche einführen (je ca. 30 Minuten), ergänzt durch:
  • Eine kurze Wochenplanung
  • Eine feste Ordnungszeit für Material und Dateien

Ziel ist dabei: Nachhaltig und konsequent dranbleiben.

3) Noten und Pluspunkte im Blick behalten

Im Gymnasium zählen nicht nur einzelne Prüfungen, sondern auch Pluspunkte, Mitarbeit, Vokabeltests und kleinere Leistungsnachweise. Viele Kinder unterschätzen diese Faktoren – oder verlieren den Überblick darüber, wo sie mit den Noten stehen. Ich persönlich dachte, dass dies sicherlich immer im Intranet ersichtlich ist oder der Klassenlehrer stets Auskunft geben kann, aber dem ist nicht so. Die Übersicht der Noten erfolgt seitens des Gymis meist erst im November – und leider ist das dann für viele ein böses Erwachen.

Warum das wichtig ist:
Transparenz reduziert Stress. Wer weiss, wo er steht, wie Bewertungen zustande kommen und wo gezielt Punkte geholt werden können, erlebt mehr Kontrolle und weniger Ohnmacht. Das wirkt sich direkt auf Motivation und Lernverhalten aus.

Für Eltern bedeutet das:
  • Noten und Pluspunkte sofort in die «pluspoint» App eintragen
  • Auch vermeintlich «kleine» Fächer wie BG (bildnerisches Gestalten) ernst nehmen
  • Früh erkennen, wo Einsatz besonders wirksam ist
Plus-Points
Die App hilft, Noten zu verwalten und die Übersicht zu behalten.

4) Lesekompetenz weiter stärken – eine stille Schlüsselkompetenz

Lesen ist im Gymnasium keine isolierte Fähigkeit, sondern die Grundlage für fast jedes Fach. Aufgabenstellungen, Sachtexte, Prüfungen und Unterrichtsmaterial setzen voraus, dass Texte sicher erfasst, Wesentliches erkannt und Informationen verknüpft werden können.

Warum das wichtig ist:
Lesekompetenz gilt als relativ stabiler Prädiktor für späteren schulischen Erfolg. Kinder mit guter Lesekompetenz können neue Inhalte schneller einordnen, nachhaltiger speichern und Prüfungsanforderungen besser verstehen – unabhängig vom Fach.

Was Eltern tun können:
  • Täglich 10 – 20 Minuten lesen. Entweder vorlesen und das Kind liest mit oder ein Hörbuch gemeinsam zum Buch anhören und eine Art «Lese-Gemeinschaft» bilden und solidarisch etwas mitlesen.
  • Kurzes Gespräch danach: Worum ging es? Was war neu?
  • Ein Besuch im Kinderbuchladen oder im Lernmedienshop

5) Ordnung ist die halbe Probezeit – exekutive Funktionen stärken

Ordnung ist im Gymnasium kein Nebenthema, sondern ein zentraler Leistungsfaktor. Informationen kommen über viele Kanäle: Arbeitsblätter, digitale Plattformen, PDFs, E-Mails, Unterrichtsnotizen. Wer nicht weiss, was wo ist, verliert Zeit, Sicherheit und mentale Energie.

Warum das wirkt:
Exekutive Funktionen wie Planen, Organisieren und Überblick behalten stehen in engem Zusammenhang mit schulischer Leistung. Unordnung bindet kognitive Ressourcen – Ressourcen, die dann für das Lernen fehlen.

Bewährte Praxis:
  • Klar strukturierter Lernplatz; gerne darf dies fürs Gymi neu eingerichtet werden als eine Art Neustart. Dabei auf eine möglichst reizarme Lernumgebung achten.
  • Eindeutige Ablagesysteme pro Fach
  • Jedes Blatt datiert und abgelegt
  • Regelmässige Ordnungszeiten fest einplanen

Ordnung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentrales Lernwerkzeug.

6) Lernen lernen statt vorlernen – aktiv statt passiv

Zusätzlicher Stoff beruhigt oft kurzfristig, bringt langfristig jedoch wenig. Entscheidend ist nicht, wie viel gelernt wird, sondern wie gelernt wird.

Warum das wirkt:
Die Lernforschung zeigt klar: Aktives, selbstreguliertes Lernen ist deutlich wirksamer als passives Wiederholen. Besonders effektiv ist das aktive Abrufen von Wissen («retrieval practice») und das strukturierte Verarbeiten in eigenen Worten.
Lernstrategien in der Probezeit Gymnasium
Bewährte Lernstrategien im Gymnasium sind unter anderem:
  • Lernkarteien (z.B. nach dem Leitner-System)
  • Pomodoro–Technik
  • Zusammenfassungen: die verschiedenen Methoden erkennen und nutzen
  • Methoden für Lerngemeinschaften nutzen
  • Eigene Prüfungsfragen oder Probeprüfungen erstellen

Diese Methoden lassen sich gezielt aufbauen. In unserer Probezeitbegleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie Kinder diese Werkzeuge sinnvoll und ohne Überforderung einsetzen.

7) Digitale Flut bewusst steuern – ein Hoch auf Analog!

Im Gymnasium kommen viele Informationen ausschliesslich digital: Arbeitsblätter, Zusatzmaterialien, Präsentationen, Aufgabenstellungen, Prüfungsinformationen und organisatorische Hinweise werden über Plattformen wie teams, OneDrive oder Lernportale verteilt. Für viele Kinder ist das neu und kann schnell überfordernd wirken.

Was wir in der Probezeit häufig beobachten: Inhalte sind grundsätzlich vorhanden, aber nicht greifbar. Dateien liegen verstreut, Aufgaben werden übersehen, wichtige Informationen gehen im digitalen Rauschen unter. Das erzeugt Unsicherheit und das Gefühl, ständig etwas zu verpassen – unabhängig von der fachlichen Leistung.

Warum das wichtig ist:
Digitale Informationsverarbeitung stellt hohe Anforderungen an exekutive Funktionen wie Planen, Strukturieren und Priorisieren. Gerade in Übergangsphasen sind diese Fähigkeiten oft noch im Aufbau. Zu viel Digitalität erhöht die kognitive Belastung deutlich – auch bei leistungsstarken Schülerinnen und Schülern.
Digital & Analog in der Probezeit Gymnasium
Ein Hoch auf analog
Gerade in der Probezeit wirkt bewusstes Analogisieren stark entlastend.
Gedruckte Unterlagen sind sichtbar, greifbar und leichter zu strukturieren; sie ermöglichen Überblick und damit Sicherheit im Lernalltag.

Bewährte Praxis aus der Probezeitbegleitung:
  • Lernunterlagen konsequent ausdrucken
  • Alles, was geprüft werden könnte, physisch beieinanderhaben.
  • Jedes Blatt datieren (Datum + Fach)
  • Klare Mappen- oder Ordnerstruktur pro Fach

Digitale Grenzen setzen – Kinder schützen
Digitale Geräte sind im Gymnasium notwendig. Gleichzeitig brauchen Kinder – besonders in der Probezeit und bei Langzeitgymnasiast:innen – klare zeitliche Grenzen, damit schulische Bildschirmzeit nicht in dauerhafte digitale Präsenz übergeht.

Warum das wichtig ist:
Forschungen aus Entwicklungspsychologie und Neurowissenschaften zeigen, dass anhaltende Bildschirmnutzung Aufmerksamkeit, Erholungszeit und Selbstregulation beeinträchtigen kann. Kinder und Jugendliche können digitale Selbststeuerung noch nicht vollständig alleine leisten.

Was Eltern konkret tun können:
  • Klare Zeitfenster definieren: Wann ist schulische Bildschirmzeit – und wann nicht?
  • Nach digitalen Aufgaben bewusst in analoge Lernphasen wechseln
  • Geräte nachts ausserhalb des Schlafzimmers aufbewahren
  • Bildschirmfreie Zeiten und Pausen verbindlich einplanen

Diese Regeln sind keine Kontrolle, sondern Schutz. Denn digital ist ein Werkzeug, kein Dauerzustand.

8) Prüfungspläne aktiv nutzen – Lernen früh verteilen

Zu Beginn des Schuljahres erhält Ihr Kind eine Übersicht mit allen Prüfungsterminen des Semesters. Diese Prüfungspläne sind mehr als Information. Sie sind ein zentrales Steuerelement für erfolgreiches Lernen.

Warum das wirkt?
Planung reduziert Stress, weil Belastung vorhersehbar wird. Verteiltes Lernen ist nachweislich wirksamer als kurzfristiges Pauken.
Prüfungsplanung in der Probezeit Gymnasium
Praxis:
  • Prüfungen sofort in den Jahreskalender eintragen
  • Auch private Termine dort eintragen!
  • Belastungsspitzen sichtbar machen
  • Pro Prüfung mehrere kleine Lernportionen einplanen

Eine wöchentliche Planung (z.B. sonntags) schafft Übersicht und Sicherheit.

9) Unterrichtszeit nutzen – Konzentration gezielt stärken

Konzentrations-Workshop Gymivorbereitung Zürich
Kurze Affirmationsreise während des Konzentrations-Workshops.
Was im Unterricht verstanden wird, muss zu Hause nicht kompensiert werden.

Warum das wichtig ist:
Aktive Verarbeitung führt zu tieferem Lernen. Konzentration ist keine fixe Eigenschaft, sondern trainierbar.

Alltagstauglich:
  • Gezielte Konzentrations- und Fokustechniken für den Unterricht
  • Wie kann ich effizient Notizen machen? Sprich: schon in der Schule lernen? Auch hier: Notizen von Hand sind bewiesenermassen viel lerneffektiver als Mitschreiben am PC
  • Kurze Reflexion nach der Schule
  • Die Notizen fürs Lernen weiter nutzen

Für manche Kinder ist ein gezieltes Konzentrationstraining, wie zum Beispiel in unserem, Konzentrationsworkshop eine sinnvolle Ergänzung.

10) Rückschläge einplanen & Elternrolle bewusst gestalten

Ungenügende Noten, enttäuschte Erwartungen oder Phasen der Überforderung gehören zur Probezeit dazu. Sie sind kein Zeichen von Scheitern, sondern Teil eines Lern- und Entwicklungsprozesses. Entscheidend ist nicht, ob Rückschläge auftreten, sondern wie Kinder und Eltern damit umgehen.

Gerade in der Probezeit erleben viele Kinder erstmals, dass Anstrengung nicht sofort zum Erfolg führt. Das kann verunsichern – oder, gut begleitet, zu einer wichtigen Lernerfahrung werden.

Warum das wichtig ist: Forschung zu Resilienz zeigt, dass der konstruktive Umgang mit Rückschlägen ein zentraler Schutzfaktor für langfristigen schulischen Erfolg ist. Angst, Druck und Existenzsorgen blockieren lernen, während Sicherheit, Orientierung und realistische Perspektiven Handlungsspielräume öffnen.

Growth Mindset in der Elternrolle
Ein wachstumorientiertes Denken bedeutet nicht, Schwierigkeiten kleinzureden oder alles positiv zu überdenken. Es bedeutet, Entwicklungen als Prozess zu verstehen – mit Phasen des Suchens, Übens und Neujustierens.

Hilfreiche Haltungen sind:
  • Fehler als Lernsignale, nicht als Beweise für Unfähigkeit zu sehen
  • Entwicklung vor Perfektion zu stellen
  • Anstrengung, Strategie und Dranbleiben wertzuschätzen – nicht nur Resultate

Kinder lernen dieses Denken nicht durch Appelle, sondern durch die Haltung der Erwachsenen.
Eltern begleiten in der Probezeit Gymnasium
Halt geben und dennoch loslassen
Eltern stehen in der Probezeit in einer besonderen Spannung: Sie möchten ihr Kind schützen und gleichzeitig Selbständigkeit fördern. Beides ist wichtig.

Halt geben heisst:
  • Da sein, zuhören, ernst nehmen
  • Mitdenken, strukturieren, entlasten
Loslassen heisst:
  • Dem Kind zutrauen, Erfahrungen selbst zu machen
  • Verantwortung schrittweise abzugeben
  • Nicht jeden Stolperstein aus dem Weg räumen
Bitte nicht:
  • Mit «Belohnungen» locken, falls die Probezeit bestanden wird,
  • oder gar mit Bestrafungen drohen.
Sondern den Prozess begleiten und loben. Diese Balance – Wurzeln geben und Flügel ermöglichen – ist eine der wichtigsten Aufgaben in dieser Phase.
Alternativen aufzeigen
Ein weiterer entlastender Faktor ist der offene, sachliche Umgang mit Alternativen. Zu wissen, dass es mehr als einen gangbaren Bildungsweg gibt, nimmt enormen Druck.

Das bedeutet nicht, Ziele aufzugeben. Das bedeutet, sie realistisch einzuordnen. Ein Plan B ist kein Scheitern, sondern ein Sicherheitsnetz. Viele Kinder können erst dann ihr Potenzial entfalten, wenn sie wissen: Ich falle nicht ins Leere.

Hilfreiche Elternfragen im Alltag
  • «Was hast du in dieser Situation gelernt?»
  • «Was würdest du beim nächsten Mal anders angehen?»
  • «Was war hilfreich und was nicht?»
  • «Wobei soll ich dich unterstützen und was möchtest du selbst probieren?»
Solche Fragen fördern Reflexion, Eigenverantwortung und Vertrauen und helfen Kindern, ihren eigenen Weg im Gymnasium zu finden.
Buchempfehlung:
Überblick über das Schweizer Bildungssystem und die verschiedenen Wege zur Universität, besonders geeignet für ausländische Eltern; weiterführender Link.

Fazit

Was bedeutet eigentlich das Wort Probezeit?

Leben in der Probezeit am Gymnasium
Neben allem anderen ist Ihr Kind auch dabei, innerhalb der Peergroup seinen eigenen Platz zu finden – eine wichtige Herausforderung, die im schulischen Alltag häufig unterschätzt wird.

„Man steht ständig vor kleinen Entscheidungen: Bleibe ich kurz um die Blätter einzuordnen– oder gehe ich, um meinen Platz in der Gruppe nicht zu verlieren?“

– Leonie, ehemalige Schülerin während der Probezeit

Wörtlich genommen ist es eine Zeit des Ausprobierens. Eine Phase, in der getestet wird, ob das Zusammenspiel aus Anforderungen, Lernform, Tempo und persönlicher Situation stimmig ist. Die Probezeit ist kein Urteil über Intelligenz oder Wert, sondern eine Phase des gegenseitigen Kennenlernens: Die Schule lernt das Kind kennen und das Kind lernt die Anforderungen des Gymnasiums kennen.

Genau deshalb ist die Probezeit begrenzt und bewusst als Übergang gestaltet. Sie soll Raum geben, um Routine aufzubauen, Lernstrategien anzupassen und herauszufinden, was trägt und was (noch) nicht.
Warum ist es auch in Ordnung, wenn es nicht klappt?
Weil Entwicklung keine Einbahnstrasse ist. Nicht jedes Kind passt zu jedem Zeitpunkt in jedes System. Manchmal ist das Tempo zu hoch, manchmal die Belastung zu gross, manchmal braucht es schlicht mehr Zeit. Das Scheitern der Probezeit bedeutet nicht, dass dem Kind der Weg zur Uni versperrt bleibt. Vielleicht ist es einfach ein anderer Weg oder ein anderer Zeitpunkt.

Viele erfolgreiche Bildungswege verlaufen nicht geradlinig. Ein scheinbarer Umweg kann entlasten, stärken und neue Perspektiven eröffnen. Entscheidend ist nicht das Festhalten um jeden Preis, sondern der realistische Blick auf das, was dem Kind langfristig guttut.
Ungenügend in der Probezeit?
Begleitung in der Probezeit am Gymnasium
Gerade in der Probezeit begleiten wir die Schüler:innen im Lerncoaching. Der Austausch in der Gruppe ist dabei besonders wertvoll und zeigt, dass man nicht allein ist.
Begleitung statt Alleingang
Die Probezeit ist anspruchsvoll. Auch bei guter Vorbereitung, Motivation und Unterstützung zu Hause können Fragen, Unsicherheiten oder Belastungen auftreten. Das ist normal und Teil des Übergangs.

Ergänzend zum schulischen Alltag bieten wir punktuell Workshops an, in denen zentrale Themen wie Lernstrategien, Organisation, Konzentration oder Umgang mit Prüfungsdruck vertieft werden. Für unsere internen Schüler:innen begleiten wir die Probezeit zudem gezielt und kontinuierlich, um Entwicklungen früh zu erkennen und gemeinsam zu steuern.

Darüber hinaus stehen wir auch unabhängig davon für ein Lerncoaching zur Verfügung – sei es für Schüler:innen, für Eltern oder für gemeinsame Gespräche. Oft hilft bereits ein strukturierter Blick von aussen, um Prioritäten zu klären, Druck herauszunehmen und den nächsten Schritt ruhig und fundiert anzugehen.

Nicht alles muss alleine getragen werden. Und nicht jeder Weg muss gleich verlaufen, um erfolgreich zu sein.

Schlusswort

Liebe Eltern, liebe Erziehungsberichtigte und liebe Begleiter eines Kindes oder eines Jugendlichen

Ich überzeugt: Es braucht kein Gymnasium, um erfolgreich zu sein.
Erfolg hat viele Gesichter. Was jedoch fast immer dahintersteckt, ist ein innerer Antrieb, also einen Grund zu haben, warum man etwas tut. Die Fähigkeit, dranzubleiben, auch wenn es anstrengend wird. Und ein Selbstwertgefühl, das trägt und stabilisiert.

Und für diese Dinge braucht man keine Matur.
Und eine Matur bedeutet auch nicht, dass man diese Dinge in sich trägt.

Bitte behalten Sie das im Blick, wenn Sie Ihr Kind auf seinem Weg begleiten.
Gerne unterstützen wir Sie dabei.

Beste Grüsse
Sandra Zogg
Probezeitbegleitung Gymivorbereitung Zürich
Über uns
  • Wir sind das Kompetenzzentrum für die Gymivorbereitung im Kanton Zürich.
  • Bei uns unterrichten nur ausgebildete Lehrpersonen mit langjähriger Erfahrung rund um den Übertritt.
  • Als kleines Lehrer:innen-Team ist für uns eine enge Betreuung zentral, weshalb wir auch ausserhalb der Kurszeiten für unsere Schüler:innen stets da sind.
  • Struktur und Organisation sind fürs Gymnasium entscheidend – wir geben dies mit auf den Weg.
  • Wir fördern die Selbstständigkeit sowie Eigenverantwortung Ihres Kindes und informieren Sie laufend über dessen Lernstand.
  • Freude und Begeisterung sind uns wichtig.
  • Wir begleiten Ihr Kind nicht nur fachlich, sondern auch mental auf dem Weg zur Gymiprüfung.
Unsere Kursstandorte
Unsere Kursstandorte befinden sich immer an sehr zentralen Lagen, welche ideal mit dem ÖV erreichbar sind. Unsere Schüler und Schülerinnen erwarten moderne Räumlichkeiten, welche mit den neusten Medien ausgestattet sind.
Unser Kursort direkt beim
Zürich Hauptbahnhof
Lagerstrasse 2
8090 Zürich
Unser Kursort direkt beim
Bahnhof Stadelhofen
Falkenstrasse 28A
8008 Zürich