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Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) und Gymiprüfung – was Eltern wirklich wissen sollten

Viele Eltern kennen diese Situation gut:
Das Kind möchte ins Gymnasium, bringt Motivation mit und zeigt vielleicht auch in anderen Fächern gute Leistungen. Gleichzeitig zeigt sich im Schulalltag etwas anderes. Beim Lesen stockt es, Texte werden nur teilweise verstanden, in der Rechtschreibung häufen sich Fehler – auch bei Wörtern, die eigentlich vertraut sein müssten. Schnell stellt sich dann eine zentrale Frage:
Ist der Weg ans Gymnasium unter diesen Voraussetzungen überhaupt realistisch?

Um diese Frage sinnvoll beantworten zu können, klären wir, was hinter solchen Schwierigkeiten stecken kann.

von: Sandra Zogg

Was ist eine LRS / Lese-Rechtschreibe-Störung?

Der Begriff LRS wird im Alltag häufig verwendet, manchmal zu schnell, manchmal aber auch zu lange nicht. Gemeint ist damit keine Frage von Intelligenz oder Einsatz, sondern eine spezifische Schwierigkeit in der Verarbeitung der Sprache.

Kinder mit einer Lese-Rechtschreibung-Störung haben insbesondere Mühe mit der sogenannten phonologischen Verarbeitung. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass sie Laute nicht stabil genug wahrnehmen, unterscheiden und mit Buchstaben verknüpfen können. Genau diese Fähigkeit ist jedoch die Grundlage für automatisiertes Lesen und Schreiben.
LRS verstehen
Im Alltag zeigt sich das sehr konkret. Beim Lesen werden Wörter nicht direkt erkannt, sondern immer wieder entschlüsselt. Dadurch wird das Lesen langsamer, anstrengender und weniger flüssig. Häufig geht dabei auch das Verständnis verloren, weil so viel Energie in einzelne Wörter fliesst.

Beim Schreiben zeigt sich ein ähnliches Bild. Wörter sind nicht sicher abgespeichert, sondern werden immer wieder neu zusammengesetzt. Dadurch entstehen Fehler, die für Aussenstehende oft unlogisch wirken – etwa unterschiedliche Schreibweisen desselben Wortes im gleichen Text. Der zentrale Punkt ist dabei die fehlende Automatisierung: Was bei anderen Kindern zunehmend selbstverständlich wird, bleibt hier bewusst und anstrengend.

Ein Aspekt, der viele Eltern verunsichert, sind die unruhigen Augen beim Lesen. Die Blickbewegungen wirken sprunghaft, die Zeile geht verloren oder wird erneut gesucht. In den meisten Fällen liegt die Ursache jedoch nicht bei den Augen selbst, sondern in der Verarbeitung im Gehirn. Weil das Lesen nicht automatisiert ist, müssen Kinder stärker orientieren, korrigieren und suchen – und genau das wird sichtbar.

Nicht jede Schwierigkeit ist eine LRS

Gleichzeitig ist es wichtig, nicht vorschnell zu schiessen. Nicht jedes Kind mit Schwierigkeiten im Lesen oder in der Rechtschreibung hat automatisch eine LRS.

Oft liegen die Ursachen auch darin, dass Grundlagen nicht sauber aufgebaut oder zu wenig gefestigt wurden. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben: wechselnde Lehrmethoden, Phasen mit weniger Übung, Schulwechsel oder schlicht zu wenig Routine im Lesen.
Rechtschreibung Gymiprüfung
Ein typisches Beispiel ist das lautgetreue Schreiben. Dass Kinder zunächst so schreiben, wie sie Wörter hören, ist ein normaler Entwicklungsschritt. Problematisch wird es erst dann, wenn dieser Schritt nicht bewusst weitergeführt wird und die systematischen Regeln der Rechtschreibung nicht aufgebaut werden. Denn die deutsche Rechtschreibung folgt nicht nur Lauten, sondern klaren Mustern und Strukturen, die gezielt gelernt werden müssen.

Auch das Lesen selbst spielt eine entscheidende Rolle. Wer wenig liest, begegnet seltener korrekten Wortbildern. Dadurch fehlt eine wichtige Grundlage für die Rechtschreibung – und gleichzeitig bleibt das Lesen anstrengender, weil die nötige Sicherheit nicht entstehen kann.

Für Eltern entsteht dadurch oft ein unübersichtliches Bild. Ist es eine LRS? Sind es Lücken? Fehlt Übung oder Struktur? Muss eine Abklärung wirklich sein?

Warum diese Klärung gerade vor der Gymiprüfung so wichtig ist

Die Anforderungen der Gymiprüfung sind hoch und sie basieren stark darauf, dass das Kind gut lesen und schreiben kann. Texte müssen unter Zeitdruck verstanden, Inhalte eingeordnet und präzise formuliert werden. Gleichzeitig wird im Aufsatz erwartet, dass Gedanken klar strukturiert und sprachlich sicher ausgedrückt werden. Auch in Mathe muss man inzwischen ziemlich starke Deutschkenntnisse haben, um überhaupt verstehen zu können, was man nun berechnen soll.

Wenn ein Kind bereits beim Lesen viel Energie investieren muss, fehlt diese beim Verstehen. Und wenn beim Schreiben die Rechtschreibung viel Aufmerksamkeit bindet, wird es deutlich schwieriger, sich auf Inhalt und Ausdruck zu konzentrieren.

Ein Punkt, der viele Eltern überrascht, ist dabei besonders wichtig:
Auch bei bestehender LRS wird die Rechtschreibung in der Regel mitbewertet – nicht nur im Aufsatz, sondern auch in der Sprachprüfung und teilweise sogar im Textverständnis. Das ist für mich persönlich nicht nachvollziehbar, entspricht aber der aktuellen Praxis.

In diesem Zusammenhang kommt häufig das Thema Nachteilsausgleich ins Spiel. Zusätzliche Prüfungszeit bei LRS wird meistens gutgeheissen und kann eine sinnvolle Entlastung sein. Gleichzeitig ist es entscheidend zu verstehen, dass mehr Zeit alleine keine Leseflüssigkeit aufbaut und keine Rechtschreibung stabilisiert. Sie reduziert Druck, verlangt aber klare Strategie.

Was bedeutet das konkret für den Weg Ihres Kindes?

Die entscheidende Frage ist nicht nur, ob Schwierigkeiten vorhanden sind, sondern wo genau Ihr Kind steht.

Eine sorgfältige Standortbestimmung schafft hier Orientierung. Sie hilft zu erkennen, ob grundlegende Prozesse betroffen sind oder ob sich Lücken gezielt aufarbeiten lassen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Wege – sowohl in der Förderung als auch in der Einschätzung, wie realistisch der Weg ans Gymnasium aktuell ist.

Vorkurs: Wir testen den Lese- und Rechtschreibsand Ihres Kindes

Gerade wenn Unsicherheit besteht, wo ein Kind genau steht, ist eine differenzierte Einschätzung zentral. Genau hier setzt unser Vorkurs an.

Wir erfassen die Rechtschreibung mit einem standardisierten Test, der eine verlässliche Einordnung ermöglicht. Parallel dazu testen wir das Lesen gezielt – sowohl die Leseflüssigkeit als auch das Verständnis. Dadurch entsteht ein klares Bild der aktuellen Ausgangslage.

Wenn sich dabei Auffälligkeiten zeigen, gehen wir einen Schritt weiter. In ergänzenden Lernstandserhebungen differenzieren wir genauer, wo die Schwierigkeiten liegen und welche Prozesse betroffen sind. Auf dieser Grundlage können wir konkret einschätzen, ob es sich eher um Lücken handelt oder ob eine weiterführende Abklärung – mit Hinblick eines offiziellen Nachteilsausgleiches – sinnvoll ist.

Wir geben konkrete Rechtschreibübungen mit an die Hand und besprechen auch, wie das Leseniveau angehoben werden kann.

Wenn bereits eine LRS-Diagnose vorliegt, arbeiten wir von Beginn an gezielt damit. Die Förderung wird individuell angepasst, und auch bei Aufsatzkorrekturen orientieren wir uns an den Rahmenbedingungen eines möglichen Nachteilsausgleichs. So lernen Kinder früh, mit genau den Anforderungen umzugehen, die ihnen später in der Prüfung begegnen.

Abklärung/Lernstandsanalyse

Sollte Ihr Kind nicht an unserem Vorkurs teilnehmen bzw. teilgenommen haben, so bieten wir auch eine Lese- und Rechtschreibanalyse / Abklärung an. Gemeinsam besprechen wir, wo Ihr Kind steht und welcher weitere Weg sinnvoll ist.

Wie können Sie als Eltern helfen? Antwort: simultanes Lesen!

Wenn Lesen anstrengend bleibt, bringt es wenig, einfach mehr zu üben. Entscheidend ist, die richtigen Prozesse zu unterstützen.

Eine der wirksamsten Methoden ist das sogenannte simultane Lesen. Dabei liest das Kind einen Text nicht alleine, sondern gleichzeitig durch eine Stimme geführt – sei es durch eine vorlesende Person oder durch ein Hörbuch.

Das Besondere daran ist, dass mehrere Ebenen gleichzeitig ineinandergreifen. Das Kind hört die korrekte Aussprache,
Wie können Eltern bei LRS helfen?
sieht das geschriebene Wort und verknüpft beides direkt miteinander. Genau diese Verbindung ist bei vielen Kindern mit Leseschwierigkeiten noch nicht stabil aufgebaut.

Durch diese gleichzeitige Führung entsteht Schritt für Schritt ein automatisierter Leseprozess. Das Lesen wird flüssiger, das Stocken nimmt ab, und das Verständnis verbessert sich spürbar. Gleichzeitig gewinnt das Kind an Sicherheit und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass sowohl Hörbücher als auch gemeinsames Lesen sinnvoll sind. Während Hörbücher flexibel einsetzbar sind, ermöglicht das gemeinsame Lesen eine direkte Anpassung an das Tempo des Kindes und kann zusätzlich motivierend wirken. Besonders wirksam ist eine Kombination aus beidem.

Kurze, regelmässige Einheiten sind dabei entscheidend. 15 bis 20 Minuten täglich in einer ruhigen Atmosphäre sind ideal. Wichtig ist, dass das Kind sich begleitet fühlt – nicht geprüft.

Hier finden Sie unser Merkblatt zum Simultanen Lesen als Download.

Warum Lesen und Schreiben langfristig entscheidend bleiben

Auch über die Gymiprüfung hinaus behalten Lesen und Schreiben eine zentrale Bedeutung. Im Gymnasium nimmt die Stoffmenge deutlich zu, Texte werden anspruchsvoller, und das selbständige Erarbeiten von Inhalten wird immer wichtiger.

Wer flüssig lesen kann, versteht schneller, kann Inhalte besser verknüpfen und arbeitet effizienter. Wer sicher schreibt, kann Gedanken klar ausdrücken und sich in Prüfungen präzise mitteilen. Beides sind grundlegende Fähigkeiten, die weit über die einzelnen Fächer hinauswirken.

Gerade deshalb lohnt es sich, Schwierigkeiten in diesem Bereich frühzeitig ernst zu nehmen – nicht nur mit Blick auf die Prüfung, sondern auch im Hinblick auf die weitere schulische Entwicklung.

Wir sind gerne für Sie da

Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben sind belastend, für Kinder genauso wie für Eltern. Gleichzeitig sind Entwicklungen möglich, oft deutlich stärker, als es zunächst erscheint.

Wenn Sie sich fragen, wo Ihr Kind aktuell steht und wie realistisch der Weg ans Gymnasium ist, lohnt es sich, genau hier anzusetzen. Eine fundierte Einschätzung bringt nicht nur Klarheit, sondern auch Entlastung und gezielte Übungen helfen, auch wirklich einen Lernerfolg zu erzielen.

Gerne bin ich auch für ein Beratungsgespräch für Sie da.

Beste Grüsse

Sandra Zogg
Über uns
  • Wir sind das Kompetenzzentrum für die Gymivorbereitung im Kanton Zürich.
  • Bei uns unterrichten nur ausgebildete Lehrpersonen mit langjähriger Erfahrung rund um den Übertritt.
  • Als kleines Lehrer:innen-Team ist für uns eine enge Betreuung zentral, weshalb wir auch ausserhalb der Kurszeiten für unsere Schüler:innen stets da sind.
  • Struktur und Organisation sind fürs Gymnasium entscheidend – wir geben dies mit auf den Weg.
  • Wir fördern die Selbstständigkeit sowie Eigenverantwortung Ihres Kindes und informieren Sie laufend über dessen Lernstand.
  • Freude und Begeisterung sind uns wichtig.
  • Wir begleiten Ihr Kind nicht nur fachlich, sondern auch mental auf dem Weg zur Gymiprüfung.
Unsere Kursstandorte
Unsere Kursstandorte befinden sich immer an sehr zentralen Lagen, welche ideal mit dem ÖV erreichbar sind. Unsere Schüler und Schülerinnen erwarten moderne Räumlichkeiten, welche mit den neusten Medien ausgestattet sind.
Unser Kursort direkt beim
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