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Gymiprüfung Zürich: Evaluation der Universität Zürich 2026

Welche Rolle spielt die Vornote? Was bringen Vorbereitungskurse? Und wie gelingt der Start am Gymnasium? Eine neue Evaluation der Universität Zürich im Auftrag der Bildungsdirektion liefert erstmals Zahlen dazu. Wir fassen Ergebnisse zusammen und ordnen ein, was sie für die Begleitung Ihres Kindes bedeuten.

Grundlage sind die Prüfungs- und Probezeitdaten von 9'548 Schüler:innen der Zentralen Aufnahmeprüfung (ZAP) 2023 und 2024 sowie eine Befragung von 3'601 Jugendlichen, die 2024 angetreten sind. Der Bericht datiert vom 9. Juli 2026.

von: Sandra Zogg
Das Wichtigste in Kürze
  • Vornote und Prüfungsnote hängen nur moderat zusammen – gute Schulnoten sind eine gute Ausgangslage, aber keine Garantie.
  • Die Probezeit besteht die grosse Mehrheit: 94.9% am Langzeitgymnasium, 91.4% am Kurzgymnasium.
  • Rund 90% der Befragten besuchten einen Vorbereitungskurs – meist einen schulischen.
  • Zur Wirkung einzelner Vorbereitungsangebote macht die Evaluation keine Aussage – erhoben wurde nur, ob überhaupt ein Kurs besucht wurde.
  • Jugendliche mit Kursbesuch empfinden die Prüfung als weniger bedrohlich und messen ihr mehr Bedeutung bei.
  • Nach Geschlecht, Nationalität und Herkunftssprache zeigen sich nur geringfügige Unterschiede.
  • Künftig sollen alle Primar- und Sekundarschulen im Kanton Vorbereitungsangebote bereitstellen.

Zählt die Vornote bei der Gymiprüfung?

Ja – bei Kindern aus öffentlichen Schulen fliessen die Vornoten ein. Vornote und Prüfungsnote zählen je zur Hälfte. Für das Langzeitgymnasium besteht die Vornote (offiziell: Vorleistungsnote) je zur Hälfte aus Deutsch und Mathematik. Für das Lang- und das Kurzgymnasium braucht es einen Gesamtdurchschnitt von mindestens 4.75.

Die Evaluation stützt den Einbezug der Vornote. Sie gibt Hinweise auf Fähigkeiten, die sich an einem einzelnen Prüfungstag nicht vollständig zeigen.
Gut zu wissen: Für Kinder aus Privatschulen und aus der Sekundarschule B zählen keine Vornoten. Für sie entscheidet die Prüfungsnote allein; fürs Lang- und Kurzgymnasium braucht es dann mindestens eine 4.5

Weiterlesen: Änderungen zentrale Aufnahmeprüfung (ZAP) ab 2023

Warum gute Schulnoten keine gute Prüfungsnote garantieren

Ein Kind mit guten Schulnoten erzielt nicht automatisch eine ebenso gute Prüfungsnote. Der Zusammenhang zwischen beiden Noten ist laut Evaluation nur moderat. Die Forschenden gehen deshalb davon aus, dass sie teilweise dieselben, teilweise unterschiedliche Seiten der Leistungsfähigkeit erfassen.

Das ist nachvollziehbar: Die Prüfungsnote zeigt die Leistung unter einheitlichen Bedingungen an einem bestimmten Tag. In die Vornote fliessen dagegen Leistungen aus einem längeren Zeitraum ein. Gute Schulnoten sind deshalb eine gute Ausgangslage, aber keine Garantie für das Bestehen. Bei einer mittleren Vornote lohnt sich ein genauer Blick auf den Lernstand und die Anforderungen der Prüfung. Die Schulnote allein beantwortet noch nicht, ob eine Teilnahme sinnvoll ist.

Wie viele bestehen die Probezeit am Gymnasium?

Wer die Aufnahme geschafft hat, besteht meist auch die Probezeit. Bei allen Maturitätsschulen liegt der Anteil bei rund 90% oder darüber:

  • Langzeitgymnasium: 94.9%
  • Kurzgymnasium: 91.4%
  • HMS/FMS/IMS: 91.6%
  • Berufsmaturität: 89.9%

Ob Jugendliche die Probezeit bestehen, lässt sich am ehesten einschätzen, wenn Vornote und Prüfungsnote gemeinsam betrachtet werden. Beim Langzeitgymnasium ist diese Vorhersage allerdings schwach: Die beiden Noten erklären dort nur rund 10 Prozent der Unterschiede, beim Kurzgymnasium knapp 40 Prozent. Als mögliche Erklärung nennt der Bericht die persönliche Entwicklung der 12- und 13-Jährigen. Auch wir erleben in unserer Arbeit, wie unterschiedlich schnell sich Kinder in diesem Alter entwickeln.

Wichtig ist, wie diese hohen Quoten zustande kommen. Viele Schulen haben in den vergangenen Jahren zusätzliche Unterstützung während der Probezeit eingeführt, zum Beispiel Aufgabenhilfen. Solche Angebote können laut Bericht zu den hohen Bestehensquoten beigetragen haben. Die Zahlen sprechen also nicht dafür, dass die Probezeit von selbst ging – sondern eher dafür, dass Begleitung in dieser Phase wirkt.

Wer die Probezeit nicht besteht, kann seit der Reform nicht mehr prüfungsfrei in eine Maturitätsschule eintreten. Für die Vorbereitung lohnt sich deshalb auch der Blick über den Prüfungstag hinaus. Wer lernt, die Aufgaben einzuteilen, Verständnisfragen zu klären und regelmässig zu üben, kann diese Fähigkeiten am Gymnasium weiter nutzen.

Vorbereitungskurse: Was die Evaluation zeigt – und was nicht

Zunächst zur Verbreitung. Von den befragten Jugendlichen besuchten (gerundet):
  • gut 50% ausschliesslich einen schulischen Kurs
  • rund 20% ausschliesslich einen privaten Kurs
  • knapp 20% beide Angebote
  • rund 9% selten oder gar keinen Kurs

Zur Wirkung fällt der Befund nüchtern aus: Ob Jugendliche einen Vorbereitungskurs besucht haben, hängt laut Evaluation nur schwach mit ihrer Prüfungsnote zusammen. In Mathematik schneiden Jugendliche mit Kursbesuch leicht besser ab, in Deutsch zeigen sich keine bedeutsamen Vorteile.

Dieser Befund verdient eine genaue Einordnung, denn er beantwortet eine engere Frage, als es auf den ersten Blick scheint. Drei Punkte sind dabei wesentlich:

  • Es gibt kaum eine Vergleichsgruppe. Rund neun von zehn Jugendlichen besuchten einen Kurs. Die kleine Gruppe ohne Kurs unterscheidet sich vermutlich systematisch von den übrigen – etwa, weil sie sich die Prüfung ohne Unterstützung zutraut.

  • Die Voraussetzungen sind unterschiedlich. Möglicherweise besuchen gerade Kinder mit grösserem Unterstützungsbedarf einen Kurs. Ein Kind, das mit einer 4.2 startet und eine 4.8 schreibt, erscheint in dieser Auswertung nicht als Erfolg.

  • Erhoben wurde nur das «Ob», nicht das «Wie». Die Evaluation erlaubt ausdrücklich keine Aussage über die Wirksamkeit eines einzelnen Angebots. Gruppengrösse, Intensität, Qualifikation der Lehrpersonen und Lernbegleitung fliessen nicht in die Auswertung ein.

Ein deutlicherer Zusammenhang zeigt sich beim Erleben der Prüfung. Jugendliche mit Kursbesuch messen ihr mehr Bedeutung bei und empfinden sie als weniger bedrohlich. Auch hier belegt der Zusammenhang allein nicht, dass der Kurs die Ursache ist. Der Bericht nennt als möglichen Nutzen, dass Jugendliche den Umgang mit Zeitdruck üben, die Aufgabenformate kennenlernen und passende Bearbeitungsstrategien entwickeln.

Haben alle Kinder die gleichen Chancen an der Gymiprüfung?

Diese Frage beschäftigt viele Eltern. Die Evaluation hat die Prüfungsnoten und Erfolgsquoten nach Geschlecht, Nationalität und Herkunftssprache ausgewertet. Das Ergebnis: Die Unterschiede zwischen den Gruppen sind nur geringfügig. Einzelne Abweichungen sind klein oder statistisch unsicher. Der Bericht sieht keine neue systematische Bevorzugung oder Benachteiligung durch das Verfahren.

Auch Kinder aus Privatschulen schneiden nicht schlechter ab als Kinder aus öffentlichen Schulen, obwohl für sie keine Vornote zählt.

Zwei Einschränkungen gehören dazu: Die soziale Herkunft der Familien wurde in dieser Evaluation nicht untersucht. Und beim Zugang zu Vorbereitungskursen bestehen weiterhin Unterschiede, weil nicht alle Gemeinden ein öffentliches Angebot führen. Genau dort setzt die Bildungsdirektion nun an.

Wie erleben die Jugendlichen die Gymiprüfung?

Im Durchschnitt sehen die Befragten in der ZAP eher eine Herausforderung als eine Bedrohung. Sie haben das Gefühl, mit ihrem eigenen Einsatz etwas bewirken zu können. Die Forschenden deuten dies als problemlösenden Umgang mit der Prüfung: Die Jugendlichen bereiten sich gezielter vor, nutzen Lernstrategien und setzen sich mit den Anforderungen auseinander.

Dieser Befund lässt sich allerdings nicht auf alle Kinder übertragen. In der Befragung sind Mädchen und leistungsstarke Jugendliche übervertreten. Für manche Kinder bleibt die Prüfung mit grossen Sorgen verbunden.

Deckt der Schulunterricht den Prüfungsstoff ab?

Die Jugendlichen wurden auch gefragt, wie gut der Schulunterricht sie auf den Prüfungsstoff vorbereitet hatte. Sie schätzten die Abdeckung als eher mittelmässig ein, in Mathematik etwas kritischer als in Deutsch. Die schulischen Vorbereitungskurse bewerteten sie in beiden Fächern positiver.

Der Bericht ordnet diese Einschätzung ein: Die Prüfungsinhalte richten sich nach dem Lehrplan 21. Wenn Jugendliche einzelne Themen als nicht behandelt erleben, könnte das unter anderem am Prüfungstermin liegen – manche Themen stehen zu diesem Zeitpunkt im Schuljahr noch bevor. Auch unterschiedliche Schwerpunkte im Unterricht kommen als Erklärung infrage. Zugleich hängt die wahrgenommene Abdeckung kaum mit der tatsächlichen Prüfungsleistung zusammen. Die Bildungsdirektion will den Ursachen nun genauer nachgehen.

Für Eltern kann es hilfreich sein, frühzeitig mit dem Kind anzuschauen, welche Themen schon vertraut sind und wo es noch Unterstützung braucht. So bleibt Zeit, offene Fragen in Ruhe zu klären, statt kurz vor der Prüfung möglichst viel nachholen zu müssen.

Was die Bildungsdirektion jetzt plant

Aus der Evaluation leitet die Bildungsdirektion mehrere Schritte ab:

  • Schulische Vorbereitungsangebote werden ausgebaut. Künftig sollen sie an allen Primar- und Sekundarschulen verbindlich verfügbar sein.
  • Die Prüfungssystematik der ZAP wird weiter überprüft, unter anderem mit Blick auf die verschiedenen Schultypen.
  • Die wahrgenommene Lücke zwischen Unterricht und Prüfungsstoff wird untersucht, besonders in Mathematik.
  • Die statistischen Kennzahlen zur ZAP werden weiter beobachtet, um Verzerrungen früh zu erkennen.

Den Ausbau der schulischen Angebote begrüssen wir. Er sorgt dafür, dass Kinder unabhängig von ihrem Wohnort eine Vorbereitung erhalten – und das ist der wichtigste Punkt. Für Eltern bleibt damit vor allem die Frage, welche Form der Begleitung zum eigenen Kind passt: Gruppengrösse, Intensität und die Arbeit an Lernstrategien unterscheiden sich von Angebot zu Angebot deutlich.

Was Sie für die Begleitung Ihres Kindes mitnehmen können

1
Behalten Sie die Vornote im Blick. Wenn sie angerechnet wird, macht sie die Hälfte der Gesamtnote aus. Es lohnt sich deshalb, das Lernen im Schulalltag früh zu begleiten. Mehr dazu: Gymivorbereitung: Wann sollte man beginnen?
2
Schauen Sie auch darauf, wie Ihr Kind lernt. Wie geht es mit schwierigen Aufgaben um? Kann es seine Arbeit schon selbst einteilen? Was hilft ihm, wenn es unter Druck gerät? Solche Beobachtungen ergänzen das Bild, das die Noten vermitteln.
3
Fragen Sie bei Vorbereitungsangeboten konkret nach. Wie werden Zeitmanagement und Bearbeitungsstrategien geübt? Lernt Ihr Kind die Prüfungssituation kennen? Neben den fachlichen Inhalten verdienen auch diese Fragen Aufmerksamkeit.
4
Beziehen Sie den Start am Gymnasium mit ein. Wer schon vor der Prüfung lernt, Aufgaben einzuteilen und regelmässig zu üben, kann darauf in der Probezeit aufbauen. Mehr dazu: Selbstorganisation in der Gymivorbereitung
5
Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch. Die befragten Jugendlichen fühlten sich von ihren Eltern sehr gut unterstützt. Fragen Sie nach, was Ihrem Kind hilft und wo es Entlastung braucht. Wenn das Lernen zu Hause trotzdem immer wieder zu Streit führt, finden Sie hier Anregungen: Lernen zu Hause – warum es oft zum Kampf wird

Was wir als GVZH aus der Evaluation mitnehmen

Drei Punkte nehmen wir für unsere eigene Arbeit mit.

Die Vornote gehört in die Vorbereitung. Wenn die Hälfte der Gesamtnote aus dem Schulalltag stammt, reicht ein Training kurz vor dem Prüfungstermin nicht aus. Wir arbeiten deshalb von Anfang an auch an dem, was im Schulalltag zählt: Lernmethoden, Zusatzlektionen, regelmässige Übungseinheiten.

Der Prüfungstag ist nicht der Schluss. Die Zahlen zur Probezeit sprechen dafür, dass Begleitung in dieser Phase wirkt. Wer das Gymnasium erreichen will, soll dort auch ankommen – deshalb begleiten wir Kinder auf Wunsch durch die Probezeit.

Vorbereitung wirkt auch auf das Erleben der Prüfung. Der deutlichste Zusammenhang, den die Evaluation findet, betrifft nicht die Note, sondern die Haltung: Jugendliche mit Kursbesuch empfinden die Prüfung als weniger bedrohlich. Der Bericht nennt als möglichen Grund, dass sie den Umgang mit Zeitdruck üben, die Aufgabenformate kennen und eigene Bearbeitungsstrategien entwickeln. Genau daran arbeiten wir gezielt: in Gruppen mit höchstens acht Schüler:innen, mit ausgebildeten Lehrpersonen, wöchentlichen Zwischenchecks und einem Lerncoaching, in dem die Kinder ihr Lernen planen und den Umgang mit Prüfungsdruck üben. Wie diese Elemente zusammenspielen, lesen Sie in: Ein starkes Fundament fürs Gymnasium: Der Lernansatz von GVZH+.
Unsicher, was Ihr Kind braucht? In einem kostenlosen Beratungsgespräch schauen wir gemeinsam auf den aktuellen Stand und besprechen, welche Form der Vorbereitung passt. Beratungsgespräche vereinbaren
Quellen:
Bildungsdirektion Zürich (2026): Evaluation der neuen Übertrittsverfahren in die Maturitätsschulen. Zusammenfassender Bericht, 9. Juli 2026. Datenbasis: 9'548 Schüler:innen (ZAP 2023/2024) und Befragung von 3'601 Jugendlichen (ZAP 2024)
Über uns
  • Wir sind das Kompetenzzentrum für die Gymivorbereitung im Kanton Zürich.
  • Bei uns unterrichten nur ausgebildete Lehrpersonen mit langjähriger Erfahrung rund um den Übertritt.
  • Als kleines Lehrer:innen-Team ist für uns eine enge Betreuung zentral, weshalb wir auch ausserhalb der Kurszeiten für unsere Schüler:innen stets da sind.
  • Struktur und Organisation sind fürs Gymnasium entscheidend – wir geben dies mit auf den Weg.
  • Wir fördern die Selbstständigkeit sowie Eigenverantwortung Ihres Kindes und informieren Sie laufend über dessen Lernstand.
  • Freude und Begeisterung sind uns wichtig.
  • Wir begleiten Ihr Kind nicht nur fachlich, sondern auch mental auf dem Weg zur Gymiprüfung.
  • In diesem Video erhalten Sie einen Eindruck von unseren Lehrpersonen (auf Schweizerdeutsch).
Unsere Kursstandorte
Unsere Kursstandorte befinden sich immer an sehr zentralen Lagen, welche ideal mit dem ÖV erreichbar sind. Unsere Schüler und Schülerinnen erwarten moderne Räumlichkeiten, welche mit den neusten Medien ausgestattet sind.
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Zürich Hauptbahnhof
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